Blog für noch schöneres Wohnen

Mobelherstellung – Historie mit Stil

Spätestens seit der Zeit des Alten Ägyptens stellt der Mensch Möbel her. Fundstücke aus dem Grab Tutanchamuns, wie beispielsweise der vergoldete Thron, belegen die bereits vorhandenen Fähigkeiten in der Möbelherstellung – und das ohne Design- Programme oder softwarebasierte Bearbeitungszentren. Die antiken Griechen benutzten immerhin schon mechanische Drechselbänke und stellten neben Sitz- und Liegemöbeln vor allem Truhen und Kommoden her. Alles Unikate, denn bis zur industriellen Massenfertigung von heute musste noch viel Zeit vergehen.

Die Möbelherstellung in Deutschland

Truhen zählten auch zur Zeit des Frühmittelalters in den Regionen des heutigen Bundesgebietes zu einem der häufigsten Möbelstücke. Sie waren Sitzgelegenheit, in größerer Variante sogar ein Bett und natürlich ein Ort zur Aufbewahrung von Wertvollem oder Kleidungsstücken. Mal einfacher gestaltet, mal mit aufwendigen Verzierungen versehen. Überhaupt war in den folgenden Jahrhunderten die Gestaltung von Möbeln auch immer ein Ausdruck des Zeitgeistes der jeweiligen Epoche. Ein Umstand, der sich im Grunde erst mit dem heute vorherrschenden Pluralismus eliminiert hat.

Ein Meilenstein in der Geschichte der Möbelherstellung, völlig unabhängig von Form und Stil, hatte seinen Ursprung aber Ende des 18. Jahrhunderts in Leipzig. Der Ebenist Friedrich Gottlob Hoffmann brachte den mutmaßlich weltweit ersten Möbelkatalog auf den Markt. Von diesem Zeitpunkt an war es möglich, sich Möbel anhand von Bildern auszusuchen, zu bestellen und schließlich nach Lieferung von vorgefertigten Einzelteilen, dieses Möbelstück komplett zusammenzusetzen. Doch auch hier handelte es sich noch immer um handgefertigte Einzelstücke.

Einer der ganz Großen war auch der deutsche Tischlermeister Michael Thonet. Thonet gilt auch heute noch als weltweit führender Pionier in Sachen Möbeldesign und -produktion. Nicht zuletzt aufgrund des um 1830 von ihm entwickelten Verfahrens zum Biegen von Werkholz – einem elementaren Schritt beim Designen und Bauen von Holzmöbeln.

Der Schritt in die Moderne

Die ersten seriell maschinengefertigten Möbel aus Deutschland wurden schließlich Anfang des 20. Jahrhunderts von den „Deutschen Werkstätten Hellerau“ produziert und erstmalig auf der Kunstausstellung in Dresden vorgestellt. Besonders prägend für die Möbelherstellung und das Design aber war die bald darauf folgende Epoche: Der Bauhausstil. Wurden Möbel bis zu diesem Zeitpunkt vornehmlich aus Holz gefertigt, kamen nun Materialien wie Stahl und Kunststoffe hinzu. Doch erst 1967 gelang es, den allerersten Stuhl aus einem Stück Kunststoff zu fertigen. Ein dreidimensionales Design-Stück, das aus Holz so nicht herstellbar war.

Heute, im 21. Jahrhundert, sind weder Geschmacksfragen noch Herstellungsprozessen Grenzen gesetzt. Design ist, was gefällt und Herstellungsprozesse laufen nach Bedarf. Von hochtechnologisierten CNC-Bearbeitungszentren für Großproduktionen bis hin zur qualitativen Maßarbeit per Hand, zählt Deutschland auch heute noch zu den führenden Herstellern von Möbeln und Mobiliar unterschiedlichster Art.

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.