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Art déco – Vielzahl der künstlerischen Strömungen

Art déco – Vielzahl der künstlerischen Strömungen

Der Begriff „Art déco“ beschreibt eine Epoche in der Geschichte des Designs, die sich aus der Klassischen Moderne heraus entwickelte.
Zu verstehen als eine Ausrichtung im Design, in der eine Vielzahl der künstlerischen Strömungen aufgegriffen wurde, verbindet man heute damit vornehmlich Ornamentik, die flächig gearbeitet ist, also auf Illusionen von Räumlichkeiten und Tiefe verzichtet, und somit vor allem Entwicklungen aus der Malerei aufgriff. Allerdings, da sich Art déco bei unterschiedlichsten, teils widersprüchlichen Richtungen der Malerei und der Kunst allgemein bediente, ist es schwierig, scharfe Abgrenzungen zu ziehen. Die klassische Moderne ist eine Zeit des Umbruchs und Umwälzungen und der teils völlig neuen Herangehensweisen an die Vorstellung, was Kunst ausmacht. Fragestellungen der Form, des Raums, der Kunst allgemein, wurden neu verhandelt.

Impulsgeber der Art déco waren vor allem Elemente des Jugendstils.

Art deco frame © sisaszepe - Fotolia.com
Die Wurzeln des Jugendstils wiederum reichen bis zur Arts and Crafts – Bewegung in England im 19. Jahrhundert. Diese Bewegung verstand sich vor allem als eine Gegenbewegung zu den als „seelenlos“ gesehenen Produkten der gerade entstehenden Industrialisierung. Ein wichtiges Anliegen der Entwicklung war die Suche nach einem authentischen Stil. Die Rückbesinnung auf das Handwerkliche, manuell gefertigte, war deshalb ein wichtiger Faktor. Aus dieser Entwicklung, die zunächst in Großbritannien stattfand, entstand die Epoche, die heute gemeinhin als Jugendstil bezeichnet wird. Unterschiedliche Strömungen aus fast allen westlichen Ländern, auch Frankreich und Deutschland, flossen mit ein und nahmen Bezug zueinander. Dieser Austausch wurde erst durch die Gründung zahlreicher Kunstmagazine ermöglicht. So hat der Jugendstil in jedem Land verschiedene Schwerpunkte.

Besonders betonen läßt sich neben der scharfen Abgrenzung zu allem maschinell Gefertigten die Forderung danach, Kunst und Leben wieder miteinander zu verbinden, also die Einbeziehung der Kunst in das Alltägliche.

Die langen, geschwungenen Linien sowie die flächigen, ornamentalen Verzierungen des Jugendstils fanden sich im Art déco wieder.
Den stärksten Einfluß auf Art déco hatte der französische Jugendstil, in dem die Betonung des Überflüssigen, Schmückenden, einen besonders hohen Stellenwert hatte.

Ein Bruch mit den Gedanken der Art and Craft – Bewegung läßt sich an der Produktionsweise festmachen. Während dort die Handwerkskunst, das manuell Gefertigte, betont werden sollte, bediente sich Art déco, im Selbstverständnis von Design, bei den Möglichkeiten der maschinellen Produktion. Kontrastierend und stark vereinfachend könnte man auch sagen, das eine ist Kunsthandwerk, das andere Design, letzteres ging, mit Brüchen und zahlreichen anderen Einflüssen, aus ersterem hervor, hat jedoch keine eigene Programmatik.

So finden sich neben aufwendiger Ornamentik auch strengere geometrische Formen und kräftige Farbgebungen.
Art déco entwickelte sich zu derselben Zeit in derselben Stadt, in der auch die Klassische Moderne ein Zentrum hatte: in Paris.
Die größte internationale Verbreitung von Art Déco war zwischen 1930-40, die Popularität nahm während des 2. Weltkrieges ab. Neues Interesse kam während der 60er Jahre auf.

Bildquelle: © sisaszepe – Fotolia.com

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