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Der Kolonialstil – Stil mit afrikanischen, südamerikanischen und indischen Einflüssen

Der Kolonialstil – Stil mit afrikanischen, südamerikanischen und indischen Einflüssen

Als Kolonialstil bezeichnet man einen historischen Bausstil, der von den Europäern in deren ehemaligen Kolonien, vor allem in amerikanischen Ländern, verwendet wurde. Somit ist dieser klassizistische Architekturstil zwischen dem 17. Jahrhundert bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts einzuordnen. Dabei stellt jener einen Kontrast, oder die Übernahme, der im eigenen Land vorherrschenden architektonischen Tradition dar. Der Kolonialstil ist ein Stilmix erfüllt mit afrikanischen, südamerikanischen und indischen Einflüssen sowie Elementen der Kultur des pazifischen Raumes. Durch unterschiedliche Mutterländer geprägt, bildeten sich jeweilige Tendenzen heraus und mehrere Unterstile können ausgemacht werden; der Französische, Spanische, Holländische, Georgianische und Deutsche Kolonialstil.

Rathaus Hotel de Ville in Saigon © stedah - Fotolia.comIn dieser Baukunst wurden nicht nur Kathedralen, Klöster und Amtsitze konstruiert, sondern auch viele Privathäuser. Die typisch rechteckigen Gebäude sind liebevoll und aufwendig gestaltet. Kolonialhäuser sind vor allem eines: großflächig und prächtig. Den lokalen klimatischen Bedingungen angepasst, findet man oft beeindruckende Balkone und Terrassen oder gar Galerien, die um den gesamten Komplex herumführen. Die Veranda ist meist mit einem verzierten Gelände bestückt, welches gleichermaßen das komplette Haus umrundet. Ursprüngliche Strukturen sind beispielsweise beachtliche Gärten und immense Innenhöfe; auch die Spitztürmchen auf dem Dach sind charakteristisch für diese Bauweise. Typisch architektonisches Merkmal der Kolonialzeit ist die Großzügigkeit mit Raum, so herrschen Säle mit hohen Decken vor. Geschmückt sind die Häuser oft mit Säulen und Bögen aus Stein oder Holz, daher können bei der Betrachtung der Wohnhäuser Anlehnungen an die religiösen Sakralbauten der Missionare verzeichnet werden. Durch die offenen Fronten, die oft sogar ohne Verglasung auskommen, wirken die Räume luftig und sind lichtdurchflutet. Im Innenbereich, wie bei der Außenfassade treffen dunkle Hölzer auf weiße Wände.

In der Gesamtheit der kolonial stilistischen Unterarten wird mit den zur Verfügung stehenden – einheimischen – Naturmaterialien wie beispielsweise Holz gearbeitet. Meist werden Flechtmöbel oder Möbel mit dekorativen Elementen aus edlem, dunklem Massivholz wie Mahagoni, Teak oder Nussbaum verwendet und bilden einen Kontrast zu den weißen Wänden. Diese hellen Wände, samt der sparsamen Dekoration, vermeiden den Eindruck von Prunk, der durch das pompöse Interieur hervorgerufen wird. Bei der Einrichtung im Kolonialstil trifft Exotisches aus Übersee auf europäische Nuancen. Das exotische Flair wird zum Beispiel durch Seide und Bambus aus Asien, Baumwolle aus Indien und tropischen Pflanzen wie Palmen, Orchideen oder Jasminblüten hervorgerufen. Je nach epochalem Vorbild wird das Ambiente durch Utensilien wie Jagdtrophäen, schweren gusseisernen Kerzenleuchten oder Lederkoffern im Vintage-Stil abgerundet. Couleur und Ornamentik unterschiedlicher Stile treffen aufeinander – so findet man farbenreiche Stoffe mit afrikanischer Verzierung wie Tier-Prints, und lange Vorhänge neben Teppichen und Malereien mit asiatischen Blütenmotiven.

Doch die Kolonialhäuser sind nicht bloß ein Stück Landesgeschichte – noch heute finden sie große Begeisterung. Bei der Nachahmung wird sich oft auf ein bestimmtes Muster oder eine Farbe konzentriert um kein Chaos, sondern eine stilvolle Einrichtung zu kreieren.

Foto: © stedah – Fotolia.com

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